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Nachhaltigkeit bei WERMA Signaltechnik - Katja Schiller im Interview

„Nachhaltigkeit ist kein Projekt mit Enddatum“

Nachhaltigkeit klingt oft nach Strategiepapieren, Kennzahlen und Pflichtprogrammen. Bei WERMA Signaltechnik beginnt das Thema allerdings deutlich früher – im täglichen Arbeiten, in kleinen Entscheidungen und manchmal auch in unbequemen Diskussionen.

Katja Schiller verantwortet bei WERMA das Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement. Im Gespräch erzählt sie, warum Nachhaltigkeit nie „fertig“ ist, wo Unternehmen heute wirklich gefordert sind – und weshalb Veränderung nur funktioniert, wenn Menschen mitziehen.


Frau Schiller, bevor wir über Nachhaltigkeit sprechen: Wie war eigentlich Ihr beruflicher Weg zu WERMA?

Mein beruflicher Hintergrund hat zunächst eigentlich nichts oder nur im entferntesten etwas mit der Nachhaltigkeit zu tun. Als gelernte Bankkauffrau und einem anschließend Bachelor-Studium in BWL habe ich mich überwiegend mit der Frage beschäftigt, wie Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein können. Dass dies gleichzeitig mit einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen einhergehen muss, kam dann später dazu.

Auf meinem Weg habe ich schnell gemerkt: Nachhaltigkeit funktioniert nur dann wirklich, wenn sie nicht isoliert betrachtet wird, sondern Teil der Unternehmensstrategie und der -kultur ist. Genau das hat mich an WERMA überzeugt. Es geht nicht darum, einzelne Maßnahmen nach außen zu präsentieren, sondern darum, Prozesse langfristig zu verändern und Verantwortung tatsächlich zu leben.


Mit welchen Bereichen arbeiten Sie bei WERMA am intensivsten zusammen?

Eigentlich mit sehr vielen – genau das macht die Aufgabe so spannend. Nachhaltigkeit betrifft heute nahezu alle Unternehmensbereiche: vom Gebäudemanagement über Produktion und Einkauf bis hin zu Entwicklung, HR und Kommunikation. Besonders intensiv arbeiten wir mit den Teams aus Technik, Produktion und Management zusammen, weil dort viele strategische und operative Entscheidungen zusammenlaufen. Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit aber keine reine Fachabteilung. Die besten Ideen entstehen oft direkt aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. 


Nachhaltigkeit ist heute ein viel verwendeter Begriff. Was bedeutet er konkret für WERMA?

Für uns ist Nachhaltigkeit kein kurzfristiger Trend und auch kein reines Marketingthema. Wir verstehen sie als kontinuierlichen Prozess. Es gibt keinen Punkt, an dem man sagen kann: „Jetzt sind wir nachhaltig.“ Rahmenbedingungen verändern sich ständig – technologisch, gesellschaftlich und regulatorisch. Deshalb geht es für uns darum, permanent zu hinterfragen, wo wir besser werden können. Das betrifft ökologische Themen genauso wie wirtschaftliche Stabilität und soziale Verantwortung.


Warum ist Nachhaltigkeit für WERMA als Unternehmen überhaupt wichtig?

Weil Unternehmen heute eine große Verantwortung tragen – gegen-über Mitarbeitenden, Kunden, der Region und zukünftigen Generationen. Gleichzeitig merken wir auch: Nachhaltigkeit ist längst ein wirtschaftlicher Faktor geworden.

Unsere Kunden achten zunehmend darauf, wie Produkte hergestellt werden, wie energieeffizient Prozesse sind oder wie transparent Unternehmen arbeiten. Nachhaltigkeit wird damit auch zu einem wichtigen Bestandteil von Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. 


Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit aus Kundensicht?

Aus meiner Sicht hat sich da in den letzten Jahren sehr viel verändert. Unsere Kunden stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie wir – steigende Energiekosten, Fachkräftemangel, hoher Effizienzdruck und immer neue regulatorische Anforderungen. Nachhaltigkeit ist dabei kein Zusatzthema mehr, sondern wird zunehmend zur Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit.

Ich erlebe auch, dass der Druck von außen deutlich steigt: Nachhaltigkeitsratings wie EcoVadis, umfangreiche Kundenfragebögen oder Compliance-Vorgaben entlang der Lieferkette gehören inzwischen fast zum Alltag. Viele unserer Kunden müssen ihre eigene Nachhaltigkeitsleistung sehr konkret nachweisen, und erwarten das auch von uns als Partner.


Viele Unternehmen sprechen über Nachhaltigkeit. Was unterscheidet WERMA aus Ihrer Sicht?

Ich glaube, ein zentraler Unterschied ist, dass wir das Thema sehr realistisch und ehrlich betrachten. Wir machen uns nichts vor: Als produzierendes Unternehmen haben wir einen direkten Einfluss auf Ressourcenverbrauch, Energieeinsatz und Lieferketten – und nicht alles lässt sich von heute auf morgen nachhaltig gestalten.

Was ich positiv finde, ist, dass wir diese Zielkonflikte nicht versuchen zu überdecken. Wir sprechen offen darüber, wo wir stehen, wo wir Fortschritte machen – aber auch, wo Grenzen liegen oder Entscheidungen nicht eindeutig sind. Gerade im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit, Kundenerwartungen und Nachhaltigkeitszielen gibt es oft keine einfachen Lösungen.

Gleichzeitig merkt man aber auch, dass Nachhaltigkeit bei uns kein reines Kommunikationsthema ist. Der Druck von außen – etwa durch Kundenanforderungen, Nachhaltigkeitsratings oder Compliance-Vorgaben – ist sehr real. Und ich habe den Eindruck, dass wir diesen Druck nicht nur „abarbeiten“, sondern ihn auch nutzen, um uns strukturiert weiterzuentwickeln. 

Nachhaltigkeit bedeutet für uns daher aus meiner Sicht vor allem: Dinge immer wieder hinterfragen, auch unbequeme Diskussionen führen und Schritt für Schritt besser werden. Das ist manchmal langsamer, als man es sich wünschen würde, und erfordert intern auch Überzeugungsarbeit – aber ich halte genau diesen kontinuierlichen, ehrlichen Ansatz für glaubwürdiger als schnelle, perfekt klingende Lösungen. 


Wer sind dabei Ihre wichtigsten externen Interessengruppen? 

Nachhaltigkeit zeichnet sich gerade dadurch aus, dass interne sowie externe Interessengruppen stark miteinbezogen werden. Unsere Kun-den treiben Nachhaltigkeit stark durch Anforderungen, Ratings und Compliance-Vorgaben. Daneben spielen Lieferanten eine wichtige Rolle, weil Nachhaltigkeit nur entlang der gesamten Lieferkette funktioniert. Und natürlich geben auch regulatorische Anforderungen klar die Richtung vor. 

Aber auch Hochschulen, Verbände, Zertifizierungsstellen und regionale Netzwerke spielen eine wichtige Rolle. Der Austausch ist enorm wichtig, weil Nachhaltigkeit nur gemeinsam funktioniert. Gerade bei Themen wie Lieferketten, Energie oder Kreislaufwirtschaft merkt man schnell: Kein Unternehmen kann diese Herausforderungen allein lösen. 


Welche konkreten Maßnahmen stehen bei WERMA aktuell im Fokus? 

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Umwelt- und Energieperformance weiter zu verbessern. Dazu zählen ganz konkrete Maßnahmen wie unsere Photovoltaikanlage, der Bezug von 100 % Ökostrom oder die Nutzung von Prozessabwärme. Auch durch den Umstieg auf eine Gas-Hybrid-Heizung konnten wir unseren CO₂-Ausstoß bereits deutlich reduzieren. Diese Ansätze denken wir aktuell im Rahmen unseres Neubaus konsequent weiter.

Parallel beschäftigen wir uns intensiv mit neuen gesetzlichen Anforderungen – etwa mit EU-Verordnungen zu Verpackungen oder zur Entwaldung. Hier geht es für uns darum, frühzeitig die richtigen Strukturen zu schaffen. Ein weiterer Schwerpunkt ist für uns, die Themen, an denen wir arbeiten, stärker nach außen sichtbar zu machen. Dazu gehört auch, unsere Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und unsere Fortschritte transparenter zu kommunizieren.


Nachhaltigkeit betrifft aber nicht nur Umweltaspekte.

Absolut. Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit fällt oft der Begriff ESG – also Environment, Social und Governance. Dabei geht es eben nicht nur um Umweltaspekte, sondern auch um soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung. Für uns hat Nachhaltigkeit deshalb immer auch eine soziale Dimension. Wir investieren gezielt in die Gesundheit, Mobilität und das Arbeitsumfeld unserer Mitarbeitenden – zum Beispiel mit Angeboten wie JobRad, Zuschüssen für den ÖPNV oder unserem Gesundheitsmanagement. Gleichzeitig sehen wir uns als regional verwurzeltes Unternehmen. Deshalb ist es uns wichtig, auch über das eigene Unternehmen hinaus Verantwortung zu übernehmen und uns in sozialen, kulturellen und sportlichen Projekten zu engagieren. 


Sie hatten bereits den aktuellen Neubau erwähnt. Welche nachhaltigen Ansätze verfolgt WERMA dabei und was bedeutet das konkret? 

Bereits bei unserem Neubau 2015/2016 haben wir viele nachhaltige Aspekte berücksichtigt – beispielsweise energieeffiziente Konzepte und die Nutzung von Abwärme. 

Heute denken wir noch stärker in Richtung Klimaresilienz, Biodiversität, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig gewinnt das Thema zirkuläres Bauen zunehmend an Bedeutung. Gebäude müssen künftig flexibler, langlebiger und ressourcenschonender geplant werden. Uns ist es ein sehr starkes Anliegen all diese Aspekte systematisch in der Planung und auch bereits in der Bauphase zu berücksichtigen. Die DGNB-Zertifizierung ist uns dabei selbstverständlich. (DGNB steht für die Deutsche Gesellschaft nachhaltigen Bauens) 


Was motiviert Sie persönlich in Ihrer täglichen Arbeit? 

Mich motiviert vor allem die Möglichkeit, Dinge aktiv mitzugestalten. Nachhaltigkeit ist kein abstraktes Konzept mehr – die Auswirkungen unseres Handelns werden immer sichtbarer. Bei WERMA habe ich die Chance, gemeinsam mit vielen engagierten Menschen konkrete Veränderungen anzustoßen. 

Besonders schön ist für mich, dass ich diese Erfahrungen auch nach außen weitergeben kann, etwa bei Vorträgen oder im Austausch mit Hochschulen. Und woran arbeiten Sie und WERMA als Nächstes? Wir sehen Nachhaltigkeit nicht als abgeschlossenen Maßnahmenkatalog. Es entstehen ständig neue Ideen, neue Anforderungen und neue Möglichkeiten. Ich persönlich strebe an, dieses Jahr meinen Master im Nachhaltigen Management abzuschließen und daraus jede Menge Input für die Weiterentwicklung des Themas bei WERMA anzubringen. 

Bei WERMA beschäftigen wir uns intensiv mit all den Themen rund um Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Bauen und die Einbindung unserer Mitarbeitenden. Entscheidend bleibt für uns, Schritt für Schritt besser zu werden – kontinuierlich und glaubwürdig.


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* Hinweis: Bei der Erstellung dieses Inhalts wurden KI-gestützte Hilfsmittel zur sprachlichen Optimierung eingesetzt. Die abschließende redaktionelle Prüfung und Freigabe erfolgte durch unser Kommunikationsteam.


news-person

Susanne Kaufmann

Pressekontakt